Ein Museum voller Leben in Bad Tölz

aus Bad Tölz (Oberbayern)

eingestellt am 24.05.2011 von Brita Hohenreiter


Nach mehreren Monaten Umbau und Neugestaltung öffnet das Stadtmuseum Bad Tölz wieder seine Pforten – mit modernem Ausstellungskonzept und einem neuen Publikumsliebling.

Das neue Highlight des Tölzer Stadtmuseums haben bisher noch nicht viele Menschen gesehen, aber schon jetzt ist sich Kurdirektor Klaus Pelikan sicher: „Das Ascholdinger Mädchen wird der Star in unserem neuen Museum sein“. Das keltische Mädchen, das vor fast 2.000 Jahren in der Region lebte, hat schon im Vorfeld der Museumseröffnung Fachwelt und Presse begeistert. Seit dem 15. Mai ist der archäologisch bedeutsame Skelettfund erstmals für die Öffentlichkeit zu sehen.

Da nämlich wurde das Tölzer Stadtmuseum mit vorerst 14 seiner insgesamt 65 Ausstellungsräume wiedereröffnet. Dass es sich bei dem Umbau nicht nur um eine Renovierung gehandelt hat, wird den Besuchern des Museums schon in den ersten Räumen deutlich. Museumsleiter Andreas Binder hat gemeinsam mit dem Münchner Spezialisten Peter Syr und dem wissenschaftlichen Betreuer Stephan Bammer ein modernes museumspädagogisches Konzept geschaffen, dass sich den Themen von Bad Tölz in vielen Punkten auf eine ganz neue, zeitgemäße Weise nähert. „Geschichtliche Abläufe stehen nun im Fokus der einzelnen Themenbereiche', erklärt Klaus Pelikan und nennt ein Beispiel: „Statt den Besuchern nur einzelne Exponate aus der Lebenswelt der Tölzer Flößer zu präsentieren, wird das neue Konzept die einstige wirtschaftliche Bedeutung der Flößerei für ganze Region erfahrbar machen.“

Auch neue Medien und interaktive Exponate sind Bestandteil der neuen Konzeption, damit möglichst viele Altersgruppen einen adäquaten Zugang zu den Inhalten des Stadtmuseums finden. Vorerst werden das unter anderem die Erd- und Menschheitsgeschichte im Tölzer Land sein – in diesem Kontext wird das Ascholdinger Mädchen gezeigt werden – und beispielsweise die Flößerei, die Arbeit der Kalkbrenner und Köhler oder das traditionelle Handwerk der Tölzer Kistler.

Schon dieser kleine Ausschnitt aus der künftigen Museumsvielfalt zeige, so der Kurdirektor, „dass wir mit unserem neuen Stadtmuseum einen großen Schatz für Bad Tölz geschaffen haben, der viele Gäste anziehen wird“. Bis zur endgültigen Fertigstellung aller Räume werden zwar noch einige Jahre ins Land gehen, doch dies schreckt Klaus Pelikan nicht: „Wir wissen ja, dass sich die gründliche Arbeit und der finanzielle Aufwand für alle lohnen werden.“

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